1.1.1 Verbreitung des WKS

Eine genaue Verbreitungsrate des WKS ist schwer zu ermitteln. Die Zahlen zur Verbreitung sind in der Literatur unterschiedlich. Bei 1,76% unausgelesener, phatologischer Stichproben wurde von Pfeiffer das WKS festgestellt (Pfeiffer 1985). Dieser Prozentsatz stellt keinen repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung dar, ist aber trotzdem ein Hinweis auf die Verbreitung des WKS. Bei gleicher Verfahrensweise stellte Harper in Australien mit 1,7% bis 2,8% positiver WKS Befunde ähnliche Werte fest (Harper 1983). Harper bemerkte außerdem, dass nur 20% dieser WKS-Fälle zur Lebenszeit diagnostiziert wurden. Es herrscht Übereinstimmung in der Annahme, dass besonders häufig die chronische Verlaufsform der Korsakowpsychose übersehen und nicht diagnostiziert wird (Bergmann 2005 S.1243, Feuerlein 1989 S.129). Zu der Verbreitung des WKS unter chronischen Alkoholikern berichtet Torvik, dass 12,5% von ihnen vom WKS betroffen sind (Torvik 1982). Feuerlein gibt die Verbreitung des WKS unter Alkoholikern mit 3-5% an (Feuerlein 1989 S.129). Er gibt aber zu bedenken, dass man bei ca. 22% der Autopsien von Alkoholikern das WKS feststellen konnte, während nur bei 14% dieser Fälle klinische Manifestationen festgestellt wurden. Hingsammer untersuchte das Männer-Frauen-Verhältnis für das WKS im ZKH Bremen-Ost und gibt es mit 5:2 an (Hingsammer 2002).