1.1.2 Leberschäden (Alkoholhepatitis/Fettleber / Leberzirrose)

Die häufigsten Begleiterscheinungen des WKS und Folgeschäden chronischen Alkoholismus sind Leberschäden. Dabei ist die Alkoholfettleber die häufigste Lebererkrankung bei Alkoholikern. 47,7% aller männlichen und 27,4% der weiblichen Alkoholiker/innen haben eine Fettleber (Feuerlein 1989 S.107). Betroffene haben subjektiv geringe Beschwerden, obwohl die Leber teilweise erheblich vergrößert ist. Die Prognose bei einer Alkoholfettleber ist bei Abstinenz günstig. Es kann aber auch ein Übergang zur Leberhepatitis stattfinden. Bei der Leberhepatitis unterscheidet man zwischen zwei Verlaufsformen. Der chronisch-persistierenden Hepatitis und einer chronisch-aggressiven Hepatitis. Die Prognose ist bei der chronisch-persistierenden Hepatitis gut, bei der chronisch-aggressiven Hepatitis laut Feuerlein zweifelhaft (Feuerlein 1989 S.112). Es ist ein Übergang zur Leberzirrhose möglich. 30 – 50% aller Leberzirrhosen sind auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Eine Leberzirrhose ist das Endstadium einer chronischen Lebererkrankung. Sie kann eine Reihe von weiteren Folgeerkrankungen, wie Ösophagusvarizen, bewirken. Der Verlauf kann je nach Schweregrad günstig bis tödlich sein. Eine Lebertransplantation ist bei schlechtem Verlauf der Erkrankung möglich, eine Alkoholabstinenz ist dafür Vorraussetzung (Arnold 2002).