1.1.8 Medizinische Behandlung des WKS

Die Phasen der akuten Wernicke-Encephalopathie und der Übergang in das chronische Korsakowsyndrom werden während eines stationären Klinikaufenthaltes behandelt. Die Behandlung findet häufig gleichzeitig mit einem Alkoholentzug statt. Behandelnde Ärzte sind dazu angehalten, bei einer akuten Wernicke-Enzephalophatie sofort eine Therapie mit hochdosiertem v Thiamin zu beginnen. Die Behandlung der aktuen Wernicke Enzephalophatie mit Thiamin ist allgemein anerkannt und alternativlos (Bergmann 2005 S.1244). Zu Anfang wird es intravenös verabreicht, da die Tablettenform Glucose enthält, welches den Thiaminbedraf erhöht und den Mangel an Thiamin kurzfristig steigern kann. Später kann die Therapie mit dem Vitamin-B-Komplex auch in Tablettenform fortgeführt werden (Bergmann 2005 S.1244). Da sich das Wernicke-Korsakow-Syndrom gelegentlich aus einem Delir entwickelt, empfiehlt Hingsammer Patienten mit schweren Alkoholentzügen und Deliren prophylaktisch Thiamin zu geben (Hingsammer 2002). Medikamente, Methoden und die Verlaufsform der akuten Wernicke-Encephalopathie sind durch eine Fülle von Publikationen und Studien recht genau erforscht. Detailfragen werden zwar weiter erforscht und diskutiert, sie werden aber aller Wahrscheinlichkeit nach keine größeren Veränderungen in der medizinischen Therapie bewirken. Nach dem Übergang der Wernicke-Encepahlopathie in die chronische Form des Korsakowsnydroms, bestehen derzeit keine wirksamen medikamentösen Behandlungen mehr.