2.2 Grundsätzliche pädagogische Theorien

Als Grundlage für das pädagogische Handeln mit Korsakowkranken habe ich für diese Arbeit drei bekannte Ansätze aus der Pädagogik ausgewählt. Ich habe mich für den subjektorientierte Ansatz entschieden, um das Spannungsfeld zwischen Bevormundung und Unabhängigkeit von Betreuern und Betreuten zu thematisieren. Der subjektorientierte Ansatz kann als ein Gegenstück zum Realitätsorientierungstraining gesehen werden, welches im Kapitel der praktischen pädagogischen Handlungsmöglichkeiten genauer beschrieben wird.
Weiterer beschreibe ich den systemischen Ansatz als eine Möglichkeit der pädagogischen Handlung, der Alkoholabhängigkeit nicht nur als ein persönliches Problem sieht, sondern als ein Problem des gesamten sozialen Umfelds.
Als dritte grundlegende pädagogische Theorie habe ich die klientenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers gewählt. Sie ist laut Feuerlein die häufigste Form der Psychotherapie in Therapieeinrichtungen für Alkoholkranke (Feuerlein 1989 S.189).
Am Ende dieses Kapitels gehe ich auf die Grundsatzfrage ein, ob in der pädagogischen Arbeit mit Korsakowkranken, Abstinenz eins der Ziele sein sollte. Im Kapitel 2.3 gehe ich darauf ein, wie die pädagogische Arbeit praktisch aussehen kann.