2.2.1 Ansatz der Subjektorientierung

Ziel der pädagogischen Handlungen und Interventionen, im Sinne des emanzipatorischen Gedankens, ist die schrittweise Überwindung von Abhängigkeiten und die schrittweise Erweiterung eigenverantwortlicher Handlungsfähigkeit. Da das Korsakowsyndrom eine chronische Schädigung des Gehirns ist, sind Heilungsmöglichkeiten und die pädagogischen Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Trotzdem ist davon auszugehen, dass Fortschritte erzielt werden können und so die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der Betroffenen erweitert werden kann. Nicht die Utopie der vollständigen Autonomie ist Ziel der pädagogischen Handlung, sondern die Erweiterung selbstbewussten und selbstbestimmten Handelns in sozialen Beziehungen. Der Ansatz der Subjektorientierung stellt das Subjekt in den Mittelpunkt. „Subjektorientiert“ heißt, dass im Mittelpunkt der Pädagogik das Individuum und die Entfaltung seiner individuellen und einzigartigen Persönlichkeit stehen. Die subjektorientierte Pädagogik orientiert sich nicht an den gesellschaftlich und politisch zugewiesenen Entwicklungserwartungen, sondern will individuelle Entwicklungen und Entfaltungsräume ermöglichen.
Sie ist nach Scherr (Scherr 1997 S.) insbesondere geprägt durch fünf Merkmale in der Entwicklung des Individuums: die Subjektwerdung, das Selbstbewusstsein, die Selbstachtung, die Selbstbestimmung und die Subjektbildung.