2.2.3 Klientenzentrierte Gesprächsführung

Die Klientenzentrierte Gesprächsführung wird auch Gesprächspsychotherapie oder non-direktive Psychotherapie genannt. Sie ist eng verknüpft mit ihrem Erfinder Carl Rogers. Die Klientenzentrierte Gesprächsführung bemüht sich um die Selbstexploration des Betreuten und versucht ihn, mit der Darstellung von bedingungsloser positiver Wertschätzung, Empathie und Kongruenz darin zu unterstützen (Rogers 1942 S.38ff). Roger nennt die grundlegende Hypothese: „Wirksame Beratung besteht aus einer eindeutig strukturierten, gewährenden Beziehung, die es dem Klienten ermöglicht, zu einem Verständnis seiner selbst in einem Ausmaß zu gelangen, das ihn befähigt, aufgrund dieser neuen Orientierung positive Schritte zu unternehmen“ (Rogers 1942 S.28).

In Einzel- oder Gruppengesprächen versucht der Gesprächsführer durch Spiegeln die geäußerten Emotionen in anderen Worten wiederzugeben und so das Gespräch immer wieder auf die emotionale Ebene zu führen. Teil der Klientenzentrierten Gesprächsführung ist auch der Verzicht auf analysiertes Deuten der Aussagen des Gesprächspartners und insbesondere Verzicht auf direkte Ratschläge und Handlungsanweisungen (Rogers 1942 S.108). In der pädagogischen Arbeit mit Alkoholkranken und auch in der Arbeit mit Korsakowkranken wird das Ziel der Selbstexploration ebenfalls verfolgt und auch die Grundeinstellung des Betreuers sollte den vier Grundprinzipien der Gesprächsführung entsprechen. Allerdings empfiehlt Feuerlein (Feuerlein S. 1989 S.189), mit Bezug auf andere Autoren wie Zimberg (Zimberg 1982), ein direktiveres Vorgehen mit Unterstützung der Abwehrmechanismen des Betreuten. Eine weitere Einschränkung ist die Reflexionsfähigkeit und Selbstexplorationsfähigkeit einer Person. Gentlin, ein Schüler Rogers, schränkt den Nutzen der Klientenzentrierten Gesprächsführung für Personen, die noch keinen ausreichenden Bezug zu ihren eigenen Gefühlen gefunden haben, ein. In der klassischen Klientenzentrierten Gesprächsführung hat sich deshalb das Focusing als eine Vorstufe der eigentlichen Sitzungen etabliert. Focusing soll als Vorarbeit dem Klienten, wie Roger seinen Gesprächspartner nennt, helfen, einen Bezug zu seinen eigenen Gefühlen herzustellen, Gefühle wahrzunehmen und zu erkennen, was er eigentlich fühlt. Der Betreute muss lernen, die eigenen inneren Vorgänge und Gefühle benennen zu können und einen Bezug zu seiner eigenen Gefühlswelt herzustellen. Die Fähigkeit eigene Gefühle bewusst wahrzunehmen und beschreiben zu können, gibt die Grundlage, die eigenen Gefühle wiederzugeben und diese differenzierter und auch distanzierter zu besprechen und zu bedenken.