3.1.1.1 Aufstehen / Nachtruhe

Die erste Herausforderung des Tages besteht darin, das Bett zu verlassen. Aufgrund der bereits beschriebenen Apathie fehlt häufig die Motivation, zu einer bestimmten Uhrzeit oder auch überhaupt aufzustehen. Diese Antriebslosigkeit kann in selteneren Fällen dazu führen, dass selbst Harndrang keine ausreichende Motivation bietet, um das Bett zu verlassen.
Für die Betreuenden bietet es sich an, eine feste Zeit für das Aufstehen mit der betroffenen Person auszumachen oder auch vorzugeben. Betreuende können bei besonders starken Fällen von Korsakow eine örtliche Orientierung geben oder an Termine des Vormittags erinnern. Ansonsten können Betreuer beim Aufstehen und eventuell beim Einkleiden helfen. Zusätzlich können Personen mit Betreuern gemeinsam besprechen, welche Form der Bekleidung für die Termine des bevorstehenden Tages angebracht sind. Hierbei kann auch der Aspekt der Temperatur berücksichtigt werden, da durch eine Polyneuropahtie das Temperaturempfinden gestört sein kann. Der Betreute muss in dem Fall lernen, das Wetter und die Temperatur durch Wetterberichte oder die eigene Beobachtung wahrzunehmen und sich entsprechend zu kleiden, ohne sich von der wahrgenommenen Temperatur leiten zu lassen. Dabei kann auch die Orientierung an der Kleidung anderer Personen helfen. Die beschriebene Betreuung beim Aufstehen und Ankleiden stellt eine sehr intensive Betreuung dar, wie sie vielleicht zu Beginn der Betreuung oder bei starkem Korsakow nötig sein kann. Auch feste Nachtruhezeiten können helfen, den Tag zu strukturieren und helfen einen übermäßigen Medienkonsum entgegenzuwirken.