3.1.1.2 Hygienetraining

Grund für eine vernachlässigte Hygiene kann Verwahrlosung in der aktiven Trinkerzeit sein, der verminderte Antrieb durch das Korsakow-Syndrom oder auch die Gewohnheit aus einem von Obdachlosigkeit geprägten Leben. Betreuer sollten vorsichtig an das Thema der persönlichen Hygiene herangehen, da es ein mit Scham besetztes Thema für viele Mensche darstellt. Zwischen Betreuer und Betreutem können beispielsweise Vereinbarungen getroffen werden, welche Formen der Hygienepflege wann durchgeführt werden sollen. Der Betreuer kann hier bei der persönlichen Pflege behilflich sein, beraten, als Kontrolle für den Betreuten dienen oder Erinnerungshilfen anbieten. Hilfe, bzw. Anleitung beim Duschen und Baden ist, besonders bei einer Temperaturunempfindlichkeit aufgrund einer Polyneuropathie wichtig, um Verbrennungen oder Kreislaufproblemen vorzubeugen. Um den Betreuten hier mehr Eigenständigkeit zu ermöglichen, eignen sich für Duschen Mischbatterien mit einstellbarer Wassertemperatur und fest installierte Thermometer in Badewannen. Ein gemeinsam vereinbarter Waschtag kann den Betreuten helfen, sich an einem Tag in der Woche besonders um seine Hygiene zu kümmern und an diesem Tag ein Bad zu nehmen oder sich die Nägel zu schneiden. Auch in der Hygiene ist es wichtig, eine Regelmäßigkeit zu entwickeln, die dem betroffenen Korsakowkranken hilft, sie in sein Leben zu integrieren (Thöne 2002 S. 299). Zusätzlich müssen natürlich Termine mit Friseuren etc. gemacht werden. Da das Korsakow-Syndrom in der Regel bei älteren Menschen vorkommt, sind häufig weitergehende Körperpflege, wie intensive Fußpflege, notwendig. Zur täglichen Hygiene gehört auch das regelmäßige Wechseln der Wäsche, insbesondere der Unterwäsche. Gemeinsam kann ein System entwickelt und eingeübt werden, wie bereits getragene Wäsche am Vortag abgelegt wird, damit am nächsten Tag erkenntlich ist, dass diese bereits getragen wurde. Das Waschen der Wäsche ist, wie das Zubereiten des Essens, eine Aufgabe, die zu Anfang von den Betreuern organisiert wird und nur punktuell an die Betreuten weitergegeben werden sollte. In der weiteren persönlichen Entwicklung kann auch eigenverantwortlich Wäsche gewaschen werden.