3.1.1.4 Essenszeiten

Feste Essenzeiten und andere feste Tagespunkte bieten Betroffenen Sicherheit für den Tag. Regelmäßiges Essen und eine gesunde Nahrung helfen einer möglichen Suchtverlagerung entgegenzuwirken. Zu den regelmäßigen Essenzeiten kann auch eingeübt werden, selbständig Essen zuzubereiten. In einer stationären Unterbringung oder einer therapeutischen Gemeinschaft kann dies die Vorbereitung des Essens für eine Abteilung oder die gesamte Bewohnerschaft sein. Dabei sollte man mit einfachen Aufgaben wie dem Eindecken oder Abwaschen beginnen und die Aufgaben dann je nach Entwicklung ausweiten. In initiierte Kochgruppen können Korsakowkranke den gesamten Ablauf der Essenzubereitung gemeinsam lernen und anwenden. Dabei sollten auch die Planung und der Einkauf der Lebensmittel in den Prozess eingebunden werden und von den Korsakowkranken ausgeführt werden. Insbesondere muss der Umgang mit Geräten, die aufgrund der Vergesslichkeit ein höheres Gefahrenpotential bergen, geübt werden. Eine entsprechende Beschilderung, die auf das Ausschalten von Geräten hinweist, kann hilfreich sein. Ebenso kann der Fokus auf der Planung und Zubereitung von gesunden Mahlzeiten liegen. Die Kenntnis über Vitamine und andere Bestandteile von Lebensmitteln kann über das Thema Korsakow und den verursachenden Vitaminmangel auch zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung und den Folgen der Suchterkrankung führen. Das Arbeiten in der Gruppe übt das Gruppenverhalten, soziales Miteinander und Umgangsformen.
Personen, die bereits selbständiger sind, können sich stufenweise selbst versorgen. Der gesamte Ablauf von der Planung, über den Einkauf, die Zubereitung als auch der Abwasch sollte von dieser Person erledigt werden. Um einen Selbstversorger nicht zu überfordern, kann diese Selbstversorgung auch gut mit einer Mahlzeit wie dem Abendbrot begonnen und dann Schritt für Schritt auf den gesamten Tag ausgeweitet werden.