3.1.1.7 Diabetes

Diabetes ist keine direkte Folge des Alkoholmissbrauches. Allerdings tritt Diabetes bei 10% der Bevölkerung in Deutschland auf (Gesundheitsbericht DDU 2008). Mit der Diagnose können Menschen heute dank der medizinischen Entwicklung ein relativ normales Leben führen. Wichtig ist jedoch, den eigenen Blutzuckerwert regelmäßig zu messen, auf eine entsprechende Nahrungsaufnahme zu achten und die körperlichen Anzeichen für eine drohende Unterzuckerung wahrnehmen und deuten zu können. Diabetes stellt im Fall des Korsakow-Syndroms eine besondere Herausforderung für den Betroffenen dar. Schwierigkeiten kann Korsakowkranken mit Diabetes die regelmäßig einzuhaltende Nahrungsaufnahme, als auch die regelmäßige Überprüfung ihres Blutzuckerspiegels machen. Aber auch die Wahrnehmung der körperlichen Anzeichen einer drohenden Unterzuckerung müssen wahr und ernst genommen werden. Gefährlich ist eine Unterzuckerung, welche ohne sofortige Gegenmaßnahme zu einem lebensgefährlichem Diabeteskoma führen kann. Die Reaktion auf Unterzuckerungsanzeichen könnten unter Umständen aufgrund der Antriebsminderung, die ein Symptom des Korsakow-Syndroms ist, unterdrückt werden. Trainiert werden sollte die eigene Körperwahrnehmung und die sofortige Reaktion auf Unterzuckerungsanzeichen. In den Tagesplan des ROT können Blutzuckerspiegelmessungen und Mahlzeiten, sowie Zwischenmahlzeiten eingeplant werden und bis zu einem entsprechenden Grad der Selbständigkeit von den Betreuern kontrolliert und dokumentiert werden. Als Hilfsmittel ist das Führen eines Diabetesheftes empfehlenswert, in dem der regelmäßig gemessene Blutzuckerspiegel und die gespritzten Insulineinheiten von den Betreuten selbständig eingetragen werden. Notwendiges Wissen über die Interpretation von Blutzuckerwerten, schnell und langsam wirkendes Insulin, den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln und die Geschwindigkeit der Zuckeraufnahme sollten gemeinsam gelernt werden. Das Wissen über den Umgang mit Diabete ist täglich notwendig und im Notfall kann es lebensrettend sein. Der aufwendigere Lernprozess mit Korsakowkranken ist deshalb trotz erhörtem Aufwand, in Kauf zu nehmen. Diabetes, insbesondere der Typ II, ist eine besondere Herausforderung für Betreuer und Betreute. Eine gute Vorbereitung für ein Leben in größerer Selbständigkeit ist, trotz langen Aufenthalten in den entsprechenden Fördereinrichtungen, von Anfang an anzustreben.