3.1.2 Selbständigkeit

Erklärtes Ziel der Förderung von Korsakowkranker ist aufgrund von §53 Abs. 3 des SGB 12 „eine drohende Behinderung zu verhüten oder eine Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern […] sie soweit wie möglich unabhängig von Pflege zu machen.“ Selbständigkeit und Unabhängigkeit scheinen für viele Korsakowkranke das genaue Gegenteil dessen zu sein, was sie in Fördereinrichtungen vorfinden. Die Tage bestehen aus einer festen Tagesstruktur, Haushaltsarbeiten, Therapiezeiten und vielem mehr. Zusätzlich kommt für viele noch ein gesetzlicher Betreuer hinzu, der für Bereiche wie Gesundheit, Finanzen oder Unterkunft zuständig ist und dem sich einige ausgeliefert fühlen. Vielen Korsakowkranken ist auch nicht bewusst, wie unselbständig sie durch ihre Korsakowerkrankung geworden sind. Das Prinzip, dass für eine gewisse Zeit die empfundene Selbständigkeit abgegeben wird, um diese dann schrittweise neu wiederzuerlangen, ist für manchen herausfordernd und nicht immer verständlich. Viele Lebensbereiche werden von Betreuern der Fördereinrichtung festgelegt und verwaltet. Um dem zitierten §53 des SGB 12 gerecht zu werden, ist es die Aufgabe der Fördereinrichtung, die Unabhängigkeit der Betroffenen soweit wie möglich wiederherzustellen.