3.2.1 Gruppengespräche

In einem Setting, das dem „Klassenraum ROT“ ähnelt, können Gruppengespräche abgehalten werden. In Gemeinschaftswohnformen sind regelmäßige Treffen aller Bewohner üblich, in denen über die Soziale Gruppe, besondere Veranstaltungen und Ereignisse gesprochen wird. Betreuer können das Gespräch gestalten, Teilnehmer in Gespräche einbinden, nach Meinungen fragen oder auch Konflikte innerhalb der Bewohnerschaft diskutieren. Diese Gruppengespräche bieten eine gute Möglichkeit, um demokratische Strukturen in der Gemeinschaft zu entwickeln und zu fördern. Das Heimgesetz (§10 Heimg) schreibt für Heime einen Heimbeirat vor, der von der Bewohnerschaft gewählt werden muss und die Bewohner gegenüber dem Träger vertritt. Denkbar sind auch Vertrauenspersonen, die als Ansprechpartner und Vermittler für Bewohner dienen. Es können auch basisdemokratische Elemente wie die gemeinsame Diskussion und Entscheidungsfindung geübt und umgesetzt werden.
Grundsätzlich sollten Gesprächsrunden offen gestaltet werden, so dass Teilnehmer eigene Gedanken und Themen einbringen können. Außerdem fordert eine Gesprächsgruppe innerhalb einer Gemeinschaft besondere Moderation. Dies nicht nur, um die grundlegenden Werte einer Diskussion, wie das Ausreden lassen oder Toleranz sicherzustellen, sondern auch um Teilnehmer mit geringerem Selbstbewusstsein oder der Tendenz zum Schweigen, durch Fragen und Aufmerksamkeit in das Gespräch aktiv mit einzubeziehen.