3.4.4.4 Backward Changing

Backward Changing ist eine von Betreuern anzuwendende Strategie für Lernprozesse des impliziten Gedächtnisses (Thöne 2002 S. 295). Dabei wird eine zu erlernende Aufgabe in kleine Teilschritte unterteilt. Bei der ersten Ausführung werden alle Teilschritte bis auf den letzten vom Betreuer übernommen. Der letzte Teilschritt muss vom Betreuten ausgeführt werden. Bei der nächsten Durchführung muss der Betreute die letzten beiden Teilschritte durchführen. Bei jeder weiteren Durchführung wird ein weiterer Teilschritt hinzugefügt.

  • Backward Changing Beispiel: Decken des Frühstückstisches
    Im ersten Durchgang werden alle notwendigen Teile zum Decken des Tisches vom Betreuer auf den Tisch gestellt. Der Betreute muss diese nun lediglich auf dem Tisch verteilen. Beim zweiten Durchgang werden die notwendigen Teile vom Betreuer nur noch auf den Schrank gestellt. Der Betreute muss sie selber zum Tisch tragen und verteilen. Im nächsten Durchgang öffnet der Betreuer nur noch die richtigen Schranktüren. Diese Kette wird fortgesetzt bis der Betreute den Frühstückstisch ohne weitere Hilfe decken kann.

Backward Changing ist eine nützliche Methode, um Haushaltsabläufe zu erlernen. Erlernte Abläufe sind allerdings nicht als Fähigkeiten anzusehen, sondern als das Beherrschen eines Arbeitsablaufes. Im Bezug auf das Beispiel „Decken des Frühstückstisches“ bedeutet dies, dass der Betreute exakt diesen Frühstückstisch decken kann. In einer anderen Küche mit anderem Geschirr und anderen Lebensmitteln könnte der Betreute überfordert sein und müsste den Ablauf neu erlernen. Eventuell wird das neue Erlernen schneller und einfacher sein. Unter Umständen bedeutet es aber auch, dass der gesamte Prozess erneut erlernt werden muss.