3.4.4.5 Vanishing cues

Vanishing cues ist eine Lernstrategie, die vom Backward Changing abgeleitet ist. Sie stellt den Versuch dar, explizites Wissen, welches normalerweise sprachlich codiert abgespeichert wird, im impliziten Gedächtnis, also dem Handlungsgedächtnis, abzuspeichern. Durch Vanishing cues vermitteltes Wissen ist hochgradig speziell und lässt sich nicht in andere Lebensbereiche transferieren. Es ist damit nicht alltagstauglich und wenn überhaupt, dann nur für sehr spezielle Aufgaben, meist im EDV-Bereich geeignet. Gelernt wird eine bestimmte Abfolge von Handlungen, die in Teilschritten durch Anweisungen begleitet wird. Jeder Schritt hat seine eigene Arbeitsanweisung. Diese Anweisungen werden Schritt für Schritt entfernt, bis die Abfolge der Handlungen ohne Anweisungen durchgeführt werden kann. Jede Änderung im Ablauf würde den gesamten Handlungsablauf stören. Viele Seniorencomputerkurse werden nach diesem Prinzip durchgeführt. Nach einem solchen Computerkurs brauchen Senioren zur Reproduktion ihres Wissens am Computer im eigenen Haushalt häufig eine exakte Kopie der Softwareumgebung der Bildungseinrichtung. Eine Änderung in der Menüführung oder eine andere Version des Betriebssystems können dazu führen, dass der Computer nicht mehr bedient werden kann.
Vanishing cues ist nur für sich exakt wiederholende Handlungsabläufe geeignet wie sie teilweise in der EDV bei Dateneingaben oder auf Formularen vorkommen (Jerome 2007, Hunkin & Parkin 1995). Eine Abwandlung der dieser Methode kann von Betreuern zum Erlernen von Wegen angewendet werden. Weiter ausgeführt wird dies im Kapitel Mobilität.