3.6.2.1 Mobilitätstraining

Im Training für mehr Mobilität wird insbesondere an Gangbild, Muskelaufbau und Gleichgewicht gearbeitet. Das Gangbild wird mit bewusstem Gehen verbessert. Dabei achtet der Betreute genau auf seinen Gang und kann diesen selber beurteilen und Feedback vom Betreuer bekommen. Bei Gleichgewichtsschwierigkeiten sollte diese Übung an Handläufen durchgeführt werden. Zum Muskelaufbau bietet sich, neben dem normalen Laufen und Gymnastik, auch ein Fahrradtrainer an. Ein Fahrradtrainer kann intensives Training der unteren Muskulatur bei schwereren Gleichgewichtsproblemen ermöglichen.
Experimentell wurden auch Gehtrainings auf einem AirTram durchgeführt. Ein AirTram ist ein großes Luftkissen, ähnlich einer Hüpfburg, auf welchem Gehübungen gemacht werden können. Das AirTram hat insbesondere den Effekt, dass durch das Luftkissen die Angst vor einem Sturz stark gemindert wird. Dadurch werden die Betreuten mutiger, auch ohne Hilfsmittel Gehversuche zu unternehmen. Diese Form des Gehtrainings bietet sich als spielerischer Einstieg insbesondere bei ängstlicheren Personen an (Reymann 2000).
Weitere experimentelle Erfahrungen wurden mit der Spielekonsole Wii-Nintendo gemacht. Als Eingabegerät dient ein Controller, (Joystick) der über Bewegungssensoren die Bewegung der Hand bzw. des Armes wahrnimmt und in ein Spiel integriert. Zusätzlich kann an die Spielekonsole ein Trittbrett angeschlossen werden, welches einem Skateboard ähnelt und die Bewegungen der Füße bzw. der Beine an die Spielekonsole weitergibt. Diese Art der Steuerung von Spielen fordert in besonderer Weise die Koordination zwischen Körper und der Wahrnehmung durch die Augen heraus. In den Vereinigten Staaten wird diese Form des Bewegungs- und Koordinationstrainings teilweise in Rehabilitationseinrichtungen für Personen mit erworbenen Hirnschädigungen eingesetzt (Deutsch 2008). In Deutschland wurde der Einsatz dieser Technik im Rahmen einer größeren Projektarbeit in Senioreneinrichtungen getestet (www.wii-senioren.de) und für die Rehabilitation in einem häuslichen Umfeld erforscht (John 2009).